Wege zum reibungslosen Datenaustausch? Der Industrial Data Space

dateFreitag, 4. November, 2016

Datenaustausch: Industrial Data Space

Daten sicher und anonym austauschen, das sind die Ansprüche an einen übergreifenden Standard. Um dieses zu realisieren haben sich Anfang des Jahres 18 Unternehmen aus Industrie, Dienstleistung und Handel zusammengeschlossen. Sie wollen den Industrial Data Space als internationalen Standard für den Datenaustausch etablieren.

Noch immer beklagen Industrie und Dienstleister fehlende Standards im Austausch von Daten. Besonders in der Kommunikation zwischen Verlader, Spedition und Frachtführer fehlt es oft an einem automatischen Datenaustausch. Dabei besitzen viele der Akteure eine Telematiklösung, Speditions- oder ERP-Programme. Diese können nur nicht miteinander sprechen. Es fehlt an einer gemeinsamen Basis.

Um bisher einen reibungslosen Datenaustausch hinzubekommen, müssen umständliche Schnittstellen geschaffen werden, da manchmal sogar ein beliebiger Buchstabe anders definiert ist. Das geht ins Geld und kostet viel Zeit.

Das soll sich demnächst ändern. Unternehmen und Hochschulen haben den Verein Industrial Data Space gegründet. Erklärtes Ziel des Vereins ist es, einen virtuellen Datenraum zu schaffen, der den sicheren Austausch von Daten und die einfache Verknüpfung von Daten in Geschäftsökosystemen auf Basis von Standards und mithilfe gemeinschaftlicher Governance-Modelle unterstützt.

Dabei muss wohl auch noch geklärt werden, wem die Daten gehören. So regte Dr. Alexander Duisberg auf dem BVL-Kongress in Berlin an, dass der Industrial Data Space auch einen Rechtsrahmen dafür schaffen müsse. Dabei müssten auch die Spielregeln definiert werden und Fragen wie „Wer erhält die Daten?“ und „Welche Nutzungsbedingungen gelten? beantwortet werden.

Der Verein hat schon mal einen Anfang gemacht. So sollen Daten nur dann ausgetauscht werden können, wenn sie von zertifizierten Partnern angefragt werden. Die Unternehmen sollen dabei weiterhin die Oberhand über ihre Daten besitzen und selbst bestimmen, wer diese nutzen darf.

Auf der operativen Ebene ist die Fraunhofer Gesellschaft dabei, ein Referenzarchitektur-Modell zu entwickeln. Das Forschungsprojekt wird vom Bildungsministerium für Bildung und Forschung gefördert. Vielleicht ist dies endlich ein Weg, um Daten einfacher, sicherer und stabiler austauschen zu können. Dann lassen sich viele Geschäftsprozesse im Bereich der Supply Chain effizienter gestalten.

Written by Ralf Johanning

Ralf Johanning ist studierter Politikwissenschaftler und freier Journalist. Seit über zehn Jahren berichtet er über die Transport- und Logistikbranche. Zu den Schwerpunkten gehören Themen wie Telematik, Software und ITK. Der ausgebildete Redakteur, Ressortleiter und Pressereferent hat im Jahr 2006 mit seiner Partnerin Ann-Christin Wimber das Redaktionsbüro Alte Schule gegründet.



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