Die Telematik-Tagung von TIS ging der Frage nach, welche Megatrends langfristig wirklich relevant für die Branche sind – und welche nur „hype“. Ob autonomes Fahren, Internet of Things oder Wearable Technologies – die 4. InnoMATIK gab in hochkarätigen Vorträgen Stoff zum Diskutieren und Nachdenken über die Zukunft der Logistikbranche. Neben den Fachthemen stand diesmal auch das 30-jährige Firmenjubiläum von TIS im Mittelpunkt, das am Abend des 18. Mai mit den mehr als 90 Besuchern ausgiebig gefeiert wurde.
Schon der Eröffnungsvortrag dieser Telematik-Tagung von Firmengründer und TIS-Inhaber Josef Bielefeld machte deutlich, dass die Entwicklung von TIS ganz eng verknüpft war (und bis heute ist) mit den technischen Innovationen der letzten 30 Jahre: Von den ersten mobilen Endgeräten in den 90ern über die verschiedenen Mobilfunkstandards, die es bald ermöglichten, größere Datenmengen zu übertragen, bis hin zu Bluetooth und Android: Das Publikum erhielt einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Einblick in 30 Jahre TIS mit allen Herausforderungen, Irritationen, Innovationen und (R)Evolutionen, die die Unternehmensgeschichte mit sich brachte.
Die Zukunft des autonomen Fahrens
Nachmittags brachte Prof. Dr. Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen seine Zuhörer zum Nachdenken und Schmunzeln. Die Frage „Braucht das Auto den Menschen noch?“ konnten schließlich alle mit einem herzhaften „JA!“ beantworten. Es zeigte sich, dass nicht nur skurrile Verkehrsschilder und absonderliche Kreisverkehre einen Rechner überfordern könnten, sondern auch brisante Fragen der Maschinenethik bis heute noch nicht zu Ende gedacht sind und die nötige Infrastruktur bisher chronisch unterfinanziert ist.
Von TISLOG über TISWARE bis TISPLUS
In prägnanten Impulsvorträgen stellten TIS-Mitarbeiter die neusten Hardware- und Softwareentwicklungen vor. So zeigte der Leiter der Softwareentwicklung, Markus Vinke, die grundlegenden Unterschiede zwischen dem bewährten mobilen Auftragsmanagementsystem PSV3 und dem neuen, quasi betriebssystem-unabhängigen TISLOG mobile. Die neuen Funktionalitäten, aber auch der Workflow Manager, mit dem die Logistikprozesse individuell gesteuert und einfach dokumentiert werden können, stießen auf großes Interesse der Zuhörer. Denn die Trennung von Workflow, Applikation, Daten, Look & Feel macht das neue System einfach anpassbar an unterschiedlichste Voraussetzungen in den Unternehmen.
Mike Ahlmann, Mitarbeiter im Vertrieb, erläuterte im Anschluss nicht nur, welche Prüfkriterien TISWARE erfüllen muss, also die Hardware externer Hersteller, die TIS anbietet, sondern gab auch einen Überblick über das aktuelle Portfolio: So sind neben Honeywell und Zebra jetzt auch Samsung-Geräte aufgenommen worden. Im WLAN-Bereich hat sich Lancom bewährt. Zuverlässige Partner sind außerdem Wavelink als Terminalemulation mit innovativen Ideen für Touchgeräte und im Bereich LKW-Navigation PTV und Sygic. In einer begleitenden Ausstellung konnten sich die Besucher über alle aktuellen Geräte genau informieren und sich mit den Herstellern direkt austauschen.
Anschließend zeigte Mike Ahlmann, wie TISPLUS – Zubehör, das TIS selbst entwickelt – entsteht, welche hohen Anforderungen dieses gerecht werden muss – und wie 3D Zeichnungen und 3D-Druck die Konstruktionszyklen massiv verkürzt haben.
Jubiläumsfeier mit open end
Ab 18h00 begann schließlich der festlich-gemütliche Teil der Veranstaltung, der bis weit nach Mitternacht andauerte. Die TISSIS, wie die TIS-Mitarbeiter sich auch nennen, überraschten Firmengründer Josef Bielefeld und seine Frau Maria mit humorvollen und berührenden Jubiläumsgrüßen von Mitarbeitern und Kunden der ersten Stunde sowie vielen Wegbegleitern aus der 30-jährigen Geschichte. Danach wurde bei einem köstlichem Buffet, Bier, Wein und Gesang – wie immer begleitete die tolle TIS-Hausband BLUETIS diesen Abend – bis weit nach Mitternacht gefeiert und gelacht.
Mobile Anwendungen heute und in 5 Jahren
Am zweiten Tag gab Daniel Dombach, Ressortleiter EMEA Branchenlösungen bei Zebra Technologies, einen Überblick über aktuelle Megatrends. Dabei zeigte er eindrucksvoll, dass der Veränderungsdruck aktuell weniger von technischen Innovationen als vielmehr vom veränderten Konsumverhalten ausgeht, das sich massiv auf die Logistik auswirkt: „Free Shipping“, Lieferung am gleichen Tag und die brisanten Entwicklungen bei Amazon waren hier wichtige Stichpunkte.
Anhand aktueller Use Cases zeigte er zudem, wo Innovationen wie Drohnen oder Wearable Technologies für das Enterprise-Umfeld interessant werden können. Zebra testet zum Beispiel, wie Mitarbeitern in der Sortierstraße über ein Computer-Brillendisplay Paketstückinformationen in Echtzeit erhalten, so dass diese Pakete schneller sortieren können. Auch Sensoren, die in Echtzeit die Temperatur im LKW-Hänger messen und die Informationen an zentrale Rechner weitergeben sind längst kein Science Fiction mehr. Das Internet of Things ist auf jeden Fall schon heute gelebte Realität im Speditionsalltag.
Gibt es das perfekte Betriebssystem?
Sven Scheller, Manager Solution Architect Team Central Europe bei Honeywell, stellte die Frage, ob es das perfekte Betriebssystem mit Blick auf gewerbliche Kunden gibt. Systematisch stellte er die Vor- und Nachteile von Windows10 und Android gegenüber und zeigte, welche Fragen sich Unternehmen stellen müssen, um für sich die richtige Systementscheidung zu treffen. Zum Abschluss gab er noch einen hochinteressanten Blick in die Entwicklerschmiede von Honeywell, die gerade an der automatisierten Volumenerfassung arbeitet.
Ausblick
Zum Abschluss gaben Peter Giesekus und Markus Vinke einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen bei TIS und zeigten, wie TISLOG office zur Internet of Things (IOT)-Plattform wird, welche Reporting und Analysemöglichkeiten und welche Device Management Funktionen gerade entwickelt werden. Ein großes Thema ist dabei sicher Green Logistics, zum Beispiel durch dynamische Tourenplanung.
Hier schloss sich auch der Kreis, denn es zeigt sich, dass die Lösungen bei TIS auch in Zukunft eng mit den technischen Innovationszyklen zusammen hängen werden. TIS wird diese weiter mitgestalten – und daraus praxisnahe Lösungen für seine Kunden entwickeln.
1 Kommentar zu „4. Innovationsforum TELEMATIK: Realitäts-Check für die Branchentrends“
Das war ein sehr schönes Event. Geballte Kompetenz , nette Menschen und ein ansteckender wohltuender TIS Spirit.