Aufklärung bei 5G ist unbedingt nötig

dateMittwoch, 17. Juni, 2020

Die Unsicherheit lauert überall. Das neue Mobilfunknetz 5G wird stärker und schneller sein. Mit ihm lassen sich sehr viele Daten in wenigen Millisekunden übertragen. Doch gleichzeitig tauchen auch Zweifel auf, ob das Netz die Strahlengrenzwerte einhält.

Die Telekommunikationsanbieter arbeiten mit Hochdruck am 5G-Netz. Das ist auch verständlich, immerhin sind 6,5 Milliarden Euro für die ersten Frequenzen an den Staat geflossen. Jetzt fehlt noch das flächendeckende Netz, das die Sieger bei der Versteigerung versprochen haben. Hierfür werden wohl viel mehr Masten benötigt als noch für LTE.

Unterschiedliche Studienergebnisse

Da ist es nicht groß verwunderlich, wenn parallel wieder Stimmen lauter werden, die mit dem neuen Netz mehr elektromagnetische Wellen und damit einen Elektrosmog verbinden. Bisher gibt es wohl lediglich zwei belastbare Studien, die dann doch eine negative Auswirkung durch Strahlung auf den Körper bestätigen konnten. Da wäre zum einen das National Toxicology Program, ein Forschungsprojekt des amerikanischen Departements of Health and Human Services. Hierbei wurden für eine Studie mehrere tausend Mäuse und Ratten über mehrere Stunden einer Handystrahlung ausgesetzt. Im Ergebnis stellte die Forscher fest, dass ein Zusammenhang zwischen und der Strahlung und Krebs bei gewissen Tieren bestehen könnte. Zu dem gleichen Ergebnis kam auch eine italienische Studie der Universität Bologna. Jedoch muss hier festgehalten werden, dass es sich dabei um Tests handelte, die in der Realität nur selten vorkommen, da allein schon die Strahlung höher war als in Deutschland erlaubt.

In vielen Studien wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Strahlung direkt am Gerät am höchsten ist. Stundenlange Telefonate direkt am Kopf sollten daher vielleicht unterlassen werden. Vielmehr könnte man dann doch die Freisprecheinrichtung aktivieren, wenn der Nutzer allein ist. Denn schon weniger Zentimeter zwischen Gerät und Körper sollen ein großen Unterschied ausmachen.

Wer sich ein wirklich umfassendes Bild über die Wirkungen der elektromagnetischen Strahlungen verschaffen möchte, der sollte ein Blick auf das EMF-Portal der RWTH Aachen werfen. Hier sind mittlerweile über 30.000 Publikationen und fast 7000 Zusammenfassungen aufgeführt. Bisher bleibt es dabei, dass das Bundesamt für Strahlenschutz grünes Licht für den neuen Mobilfunkstandard gibt. Eine offene und informative Kommunikationspolitik aller Akteure wäre dennoch angebracht, denn nur so kann 5G auch wirklich erfolgreich werden.

Written by Ralf Johanning

Ralf Johanning ist studierter Politikwissenschaftler und freier Journalist. Seit über zehn Jahren berichtet er über die Transport- und Logistikbranche. Zu den Schwerpunkten gehören Themen wie Telematik, Software und ITK. Der ausgebildete Redakteur, Ressortleiter und Pressereferent hat im Jahr 2006 mit seiner Partnerin Ann-Christin Wimber das Redaktionsbüro Alte Schule gegründet.



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